In der heutigen wettbewerbsintensiven Geschäftswelt ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, ihre Produktionsprozesse kontinuierlich zu optimieren. Eine der effektivsten Methoden, um dies zu erreichen, ist die Verwendung von Key Performance Indicators (KPIs) – also Kennzahlen, die die Leistung eines Unternehmens in verschiedenen Bereichen messen.

In diesem Blogbeitrag werden wir uns eingehend mit den wichtigsten KPI-Kennzahlen in der Produktion befassen und deren Bedeutung für die Effizienzsteigerung und Entscheidungsfindung erläutern.

 

Produktionskennzahlen sind das Fundament einer effizienten Produktionssteuerung

Produktionskennzahlen sind weit mehr als nur Zahlen auf einem Dashboard; sie sind das Fundament für eine effiziente und zielgerichtete Produktionssteuerung. Sie ermöglichen es Unternehmen, Prozesse transparent zu machen, rechtzeitig auf Veränderungen zu reagieren und die Produktion stetig zu verbessern. Die systematische Ermittlung und Analyse dieser Produktions-KPIs, unterstützt durch DOQ-MES Medizintechnik, bietet eine solide Basis für die Optimierung von Betriebsabläufen und die strategische Ausrichtung von Produktionsunternehmen. Denn Präzision und Effizienz bestimmen den Markt. Mit eindeutigen Produktionskennzahlen haben Sie den Schlüssel zum Erfolg Ihres Unternehmens immer im Blick und können rechtzeitig reagieren.

Wie können KPIs in der Produktion ermittelt und gemessen werden?

Die Ermittlung und Messung von Produktionskennzahlen stellen systematische Prozesse dar, die sowohl präzise Datenerfassung als auch sorgfältige Analyse erfordern. Hier sind die grundlegenden Schritte, um diese wichtigen Kennzahlen in Ihrem Unternehmen zu definieren:

Schritt 1: Ziele festlegen

Definieren Sie, was Sie messen möchten und warum. Fragen Sie sich: „Was sind unsere dringendsten Herausforderungen in der Produktion?“ Dazu ein Beispiel: Möchten Sie die Durchlaufzeit verkürzen, die Qualität verbessern oder die Kosten senken? Diese Ziele sollten spezifisch und messbar sein, die Sie anhand der entsprechenden Kennzahlen kontrollieren können.

Schritt 2: Datenerfassung und Analyse

Sammeln Sie Betriebsdaten aus der Produktionskette wie Bearbeitungszeiten, Gut-/Schlechtteile, Maschinendaten und Material- sowie Ressourcenverbräuche. Wichtig ist eine durchgängige Datenlage zu erhalten. Kommunizieren Sie ihre Ziele bei den Mitarbeiter*innen und erläutern Sie die Wichtigkeit einer korrekten Datenerfassung.

Erfasste Daten können direkt aus der DOQ-Datenbank oder aus gezielten Prozessabfragen durch das DOQ-Auswertetool extrahiert werden.

Sollen zusätzlich Maschinendaten erfasst werden, kann hierzu unser DOQ – Smart Machine Monitoring eingesetzt werden.

Analysieren Sie anschließend diese Daten, um aussagekräftige Informationen zu extrahieren. Hier kommen statistische Methoden und Analyse-Tools wie Microsoft Power BI zum Einsatz.

Schritt 3: Reporting und kontinuierliche Verbesserung

Präsentieren Sie die Ergebnisse den Mitarbeiter*innen und dem Management in Form von Dashboards und Berichten. Regelmäßige Überprüfungen der Kennzahlen unterstützen eine kontinuierliche Verbesserung der Produktionsprozesse.

Top 8 KPIs in der Produktion und ihr Mehrwert für Entscheidungen

Produktionskennzahlen sind unverzichtbare Instrumente für das Management, um informierte, datenbasierte Entscheidungen zu treffen. Hier präsentieren wir zehn der wichtigsten Kennzahlen in der Produktion und erläutern, wie sie zur Optimierung von Betriebsabläufen und zur strategischen Planung beitragen können:

  1. Gesamtanlageneffektivität (OEE)

Diese Kennzahl bewertet die Gesamtleistung einer Produktionsanlage. Sie berücksichtigt die Faktoren Verfügbarkeit, Leistung und Qualität, um eine umfassende Aussage über die Effektivität der Produktion zu treffen. Eine detaillierte Berechnung von OEE lässt sich mithilfe einfacher Formeln nachvollziehen, die eine Kombination der genannten Faktoren darstellen. Für eine anschauliche Darstellung, wie OEE berechnet wird, könnte eine Infografik verwendet werden. Eine MDE an jeder Maschine ist Voraussetzung für die Ermittlung der Gesamtanlageneffektivität.

  1. Durchlaufzeit

Misst die Zeit vom Beginn bis zum Ende des Produktionsprozesses. Eine kürzere Durchlaufzeit verbessert die Reaktionsfähigkeit auf Kundenanforderungen und erhöht die Flexibilität.

  1. Ausschussrate

Zeigt den Prozentsatz der Produktion, der nicht den Qualitätsstandards entspricht. Eine Reduktion der Ausschussrate führt direkt zu Kosteneinsparungen und höherer Kundenzufriedenheit.

  1. Nacharbeitsquote

Diese Kennzahl gibt an, wie viel Nacharbeit erforderlich ist, was Aufschluss über die Effizienz und Qualität der Fertigungsprozesse gibt.

  1. Right First Time (RFT)

Diese Kennzahl ist ein aussagekräftiger Indikator für die Leistungsfähigkeit und Präzision des Produktionsprozesses sowie für die Gesamtqualität der Fertigung.

  1. Auslastungsrate

Bestimmt, wie gut die Produktionskapazitäten genutzt werden. Eine Optimierung der Auslastungsrate kann zu signifikanten Effizienzsteigerungen führen. Mit DOQ-MDE können Sie die Auslastung von Produktionsmaschinen durch die Erfassung der Statuszustände visualisieren.

  1. Taktzeit

Die Taktzeit ist die Rate, mit der ein Produkt hergestellt werden muss, um die Kundennachfrage zu erfüllen. Eine Optimierung der Taktzeit kann zu einer gleichmäßigeren und effizienteren Produktion führen.

  1. Kapazitätsauslastung

Zeigt, wie nahe die tatsächliche Produktionsmenge an der maximal möglichen Kapazität liegt. Eine hohe Kapazitätsauslastung ist oft ein Zeichen für eine gute Marktnachfrage, kann aber auch auf Überlastung hinweisen.

Was unterschiedet KPIs von Produktionsstatistiken?

Key Performance Indicators sind aus Produktionsfaktoren berechnete Werte, die als prozentuale Verhältnisse dargestellt werden. Sie sind ein Indikator dafür, wie gut sich ein Aspekt der Produktion über die Zeit entwickelt. Der Fokus bei der Betrachtung von KPIs liegt dabei auf der Erreichung strategischer Zielwerte bzw. der Beobachtung von Veränderungen.

Produktionsstatistiken konzentrieren sich hingegen auf die Betrachtung spezifischer Häufigkeiten und die Dauer von Ereignissen oder Zuständen an bestimmten Produktionsanlagen. Im Gegensatz zu KPIs umfasst dies meist operative Werte wie Stückzahlen, Taktzeit oder die Dauer von Ereignissen.

Kommunikationsinstrument

KPIs sind objektive Bewertungen des Produktionsstatus und helfen, Diskussionen über die wahrgenommene Leistung oder die Ursachen von Problemen in Teams oder Abteilungen zu versachlichen. Da KPIs ein sachliches Abbild der aktuellen Leistung liefern, muss sich nicht auf das Bauchgefühl einzelner Mitarbeiter*innen verlassen werden. Gleichzeitig können KPIs auch ein Ziel darstellen, das es zu erreichen gilt oder mit dem man sich vergleichen möchte. Solche gemeinsamen Ziele können unter den richtigen Bedingungen motivierend wirken und die interdisziplinäre und bereichsübergreifende Zusammenarbeit fördern. Das gilt nicht nur Kolleg*innen innerhalb Teams, sondern auch für das Reporting an das Management.

Proaktive Maßnahmen 

Maßnahmen zu ergreifen, bevor ein Problem auftritt, gilt als Königsdisziplin in der Produktionsverwaltung und dem -monitoring. Daher sind die Erwartungen an Themen wie „Predictive Maintenance“ sehr hoch. Bereits auf der Ebene der KPIs kann dafür ein einfacher Einstieg erfolgen. Veränderungen von KPIs wie „Process Performance“ können beispielsweise bereits auf Probleme hinweisen, die durch eine genauere Analyse behoben werden können. Obwohl KPIs „Predictive Maintenance“ nicht ersetzen können, so sind sie doch ein erster Schritt zur Vorbereitung neuer Prozesse, um Expert*innen frühzeitig auf potenzielle Probleme aufmerksam zu machen.

Reaktive Maßnahmen

Bevor man aus Fehlern lernen kann, müssen diese zunächst erkannt werden. Besonders subtile und schleichende Prozessverschlechterungen stellen dabei eine Herausforderung dar. KPIs sind für diese optimal geeignet, da längere Zeiträume analysiert und verglichen werden. Veränderungen in den KPIs verweisen auf konkrete Zeiträume, die dann genutzt werden können, um nach Ursachen in technischen Prozesswerten zu suchen.

Die 4 Stufen der Digitalisierung in Produktionsbetrieben

 

Fazit

KPI-Kennzahlen sind ein unverzichtbares Werkzeug für Unternehmen in der Produktion und der Start Richtung Smarte Fabrik.